The Rainbows

Tipps und Tricks zu Steinberg Cubase

Hier gibt es nützliche Infos zu Steinbergs Cubase. Dinge aus der Abteilung „ging schon immer, kennt aber kaum einer“. Die Liste der Tipps wird stetig erweitert.
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1. Standard-Presets nutzen

Gültig für die Versionen: 7.0 – aktuell

Beim Anzeigen eines Effekt-Plug-Ins gibt es dort, wo man die Einstellungen als Preset speichern kann, seit der Version 7.0 eine sehr nützliche Option: „Als Standard-Preset speichern.“ Wird eine neue Instanz des Plug-Ins geöffnet, so wird das Standard-Preset geladen. Es steht also nichts im Wege, den Plug-Ins schon direkt beim ersten Öffnen die persönlichen Lieblings-Einstellungen zu verpassen.

2. Beim Umbenennen einer Spur alle Events mit umbenennen

Gültig für die Versionen: 5.0 – aktuell

Jeder kennt das: Man gibt einer Spur nachträglich einen neuen Namen, aber die existierenden Parts und Events auf dieser Spur behalten ihre Namen bei – Chaos ist vorprogrammiert. Es geht aber ganz einfach: Benenne die Spur um, und wenn du deinen neuen Namen vergeben hast, drücke STRG oder ALT und dann Enter. So kriegen alle Parts und Events auf der Spur direkt auch den neuen Namen.

3. Vernünftige Werkzeuge für Notizen und Bilder

Gültig für die Versionen: 5.0 – aktuell

Der Hersteller Steinberg baut zwar schon ewig Notizfelder pro Spur in den Inspector und seit Version 7 auch in den neuen (würg) Mixer ein. Es gibt aber drei Gründe, diese nicht zu nutzen:
1. Sie sind viel zu klein.
2. Texte lassen sich nicht formatieren.
3. Es gibt seit Jahren immer wieder Bugs zu dieser simplen Funktion.
Da werden Texte beim Speichern vergessen, der Fokus liegt irgendwo und doch immer falsch, die Notizfelder sind nicht frei positionierbar, haben eine feste (meist viel zu kleine) Größe und so weiter – so eine großartige Anwendung, und so wenig Möglichkeiten, sich etwas gegliedert und optisch sinnvoll zu notieren. Cubase ist wie ein High-Tech-E-Bike, und die Notizfunktion darin ein klappriges Damenrad mit Trommelbremse.
Es gibt am Markt leider nur wenige Notiz-Plugins. Was es gibt, das will ich hier vorstellen:

Image
Hersteller: Insert Piz Here / Download
Image ist ein kleines VST2-Plug-In und verfügbar als 32-Bit und 64-Bit-Version. Es kann Text und/oder Bilder aufnehmen. Es muss als VST-Instrument ausgewählt werden (z. B. als Instrumentenspur).
Vorteile: Das Plug-In-Fenster ist frei skalierbar und kann mittels Doppelklick auf einem Bildschirm maximiert werden. Die Textgröße passt sich automatisch an, so dass der verfügbare Platz optimal genutzt wird. Auch die Bildgröße wird automatisch der Fenstergröße angepasst. Der Inhalt kann via MIDI-Program-Change oder MIDI-Note jederzeit geändert werden. Theoretisch sind so mehr als 16.000 verschiedene Inhalte möglich, die innerhalb eines Projekts dynamisch gewechselt werden können.
Nachteile: Der Text lässt sich nur als ganzes Formatieren. Keine direkte Texteingabe im Plugin-Fenster, sondern nur via Kontext-Menü, daher leider kein echtes WYSIWYG.

VstNotesXL 1.3
Hersteller: ProXL / Infos
VstNotesXL ist der Text-Editor als VST2-Plug-In. Es wird als Insert-Effekt in einer Dummy-Spur eingesetzt und bietet dann einen MIDI-Eingang zur Steuerung.
Vorteile: Das Plug-In-Fenster kann vier verschiedene Größen sowie einen edlen blauen Rahmen oder auch keinen haben, es gibt eine Symbolleiste zum Formatieren der Inhalte, automatischen Wort-Umbruch, Drag & Drop, und Bilder können auch in den Text eingefügt werden. Bis zu 16 verschiedene Inhalte können gespeichert werden und dynamisch via MIDI-Program-Change oder MIDI-Noten umgeschaltet werden. Das Plug-In war ursprünglich einmal kostenpflichtig, dann einige Zeit lang frei und kostenlos zum Download verfügbar, inzwischen ist die Webseite des Herstellers (ProXL) leider vom Netz genommen.
Nachteile: Nur als 32-Bit-Plug-In verfügbar. Leichter CPU-Spike beim Wechseln der Inhalte zur Laufzeit. Auch wenn das Plug-In Freeware ist, wird es offiziell leider nicht mehr zum Download angeboten: Man muss Google bemühen, um es sich zu besorgen. Die angebotenen Größen des Plug-In-Fensters werden aktuellen Bildschirmauflösungen nicht mehr ganz gerecht.

Und das war’s?
Jau Leute, so sieht es leider aus. Ärmliches Angebot in Cubase, und was die Drittanbieter angeht sind die Produkte spärlich und (zumindest im Fall von VstNotesXL) auch ein bisschen veraltet, aber immerhin kostenlos. Vielleicht gebt ihr dem Hersteller Steinberg hier und da mal einen Wink, dass hier Bedarf zur Nachbesserung besteht.

4. Korrekte Videos für Cubase herstellen

Gültig für die Versionen: 5.5 – aktuell

Cubase benutzt Apples Quicktime-Engine zum Darstellen von Videos. Diese Software ist recht wählerisch was die korrekte Kodierung der Filme angeht. Gängige Video-Codecs wie MPEG-2 oder XViD sind für Quicktime – so wie es vom Hersteller kommt – leider eine unüberwindbare Hürde. Dasselbe gilt für übliche Video-Containerformate wie MKV oder M2TS. Wer Windows benutzt, der kann sich das kostenlose Programm XMediaRecode besorgen. Dieses konvertiert so ziemlich jedes denkbare Video-Format in beinahe jedes andere, und ist unter der recht tristen Oberfläche sehr leistungsfähig. Außerdem enthält es (anders als kostenlose Konkurrenzprogramme) keine Ad- oder Spyware, die den eigenen Rechner verschmutzt. Hier gibt es passende Settings für XMediaRecode, die aus beliebigem Input perfekt funktionierende Videodateien für die Arbeit mit Cubase generieren:
SD (Bitrate: 2400 kbps) - HD (Bitrate: 4800 kbps)
Diese Profile erzeugen einen MOV-Container, in dem eine MPEG4-AVC/H.264 Videospur und eine AAC Audiospur (Stereo) enthalten sind. Die GOP-Länge ist auf 4 begrenzt. Framerate, Seitenverhältnis, Video-Breite und -Höhe werden vom Quellvideo übernommen. Es werden progressive Dateien erzeugt. Eine Datei mit XMediaRecode konvertieren:
1. XMediaRecode starten.
2. Im Menü „Datei“ / „Einstellungen öffnen“.
3. Die o. g. Settings-Datei auswählen und öffnen.
4. Am unteren Bildschirmrand den Zielordner mit „Durchsuchen“ auswählen.
5. Im Menü „Datei“ / „Datei öffnen“.
6. Die Quelldatei auswählen.
7. Falls das Quellvideo interlaced vorliegt:
- unter „Filter/Vorschau“ auf „Deinterlace“ klicken
- unter „Deinterlace Filter“ auswählen „libav Deinterlace“
8. Im Menü „Bearbeiten“ / „Job hinzufügen“.
9. Im Menü „Datei“ / „Kodieren“.
Die so erzeugte MOV-Datei kann problemlos in Cubase verwendet werden. Bitte nicht vergessen die Framerate in den Projekteinstellungen von Cubase passend zum Video einzustellen.

Mehr technische Infos zu Video in Cubase
In der Praxis funktionieren drei Video-Codecs sehr gut mit Cubase: DNxHD, MJPEG und bestimmte Varianten von MP4-AVC. Die ersten beiden kodieren jedes einzelne Video-Bild für sich. Dadurch werden die Video-Dateien leider sehr groß.
Das komfortable Erzeugen von DNxHD-Dateien ist aktuell nur mit (teurer) kommerzieller Software möglich, obwohl der Codec frei verfügbar ist. MJPEG wurde Mitte der 90er Jahre erfunden und ist seit Einführung von MPEG-4 schlicht nicht mehr zeitgemäß, obwohl es immer noch funktioniert. Der Codec unserer Wahl ist aber MPEG4-AVC/H.264.
Bei modernen Video-Codecs wie MPEG-4 kann man sehr fein einstellen, wie viele aufeinander folgende Bilder voneinander abhängig sein sollen, und (vereinfacht gesagt) in welchem Maße. Die wichtigste Einstellung hierzu ist die sogenannte „GOP-Länge“.
Eine GOP („Group of pictures“) von 16 Bildern bedeutet, dass nur das erste Bild komplett gespeichert wird, und für die folgenden 15 Video-Bilder nur die Veränderungen zum ersten bzw. jeweils vorherigen Bild. Das hält die Dateigrößen im Rahmen. Es hat aber den Nachteil, dass beim Anzeigen eines bestimmten Video-Bildes manchmal bis zu 15 (!) Bilder ausgewertet werden müssen – ein absolutes No-Go bei der Arbeit mit Cubase, da jedes Verschieben des Positionszeigers so eine sehr hohe Rechnerlast erzeugen kann, damit das vollständige Video-Einzelbild angezeigt wird.
Die o. g. Settings für XMediaRecode verwenden eine GOP von 4 Bildern, d. h. jedes vierte Bild wird komplett gespeichert, während für das jeweilige Folgebild nur die Veränderungen in der Videodatei vorliegen. Das ist ein guter Kompromiss.
Weitere Infos zum Thema finden sich in der Steinberg Knowledge Base:
https://www.steinberg.net/nc/de/support/knowledgebase_new/show_details/kb_show/video-support-in-nuendo-and-cubase.html

5. Den Video Edit Mode aus Nuendo in Cubase nutzen

Gültig für die Versionen: 5.0 - 7.5.10

Der „Edit Mode“ ist ein Feature von Nuendo, das bei der Arbeit mit Videos in Cubase sehr nützlich sein kann. Aktiviert man ihn, so wird bei allen Verschiebe-/Kopieraktionen mit der Maus das Videobild auf den Startpunkt des angefassten Events aktualisiert, solange die linke Maustaste gedrückt bleibt. So lassen sich einzelne Events punktgenau mit den Ereignissen im Video abstimmen.
Da es in Cubase keine Schaltfläche zum Aktivieren des Edit Mode gibt, muss dies in der Datei DEFAULTS.XML gemacht werden. Dazu in den Ordner der Cubase-Benutzereinstellungen wechseln, die Datei mit einem Texteditor öffnen, nach „EditMode“ suchen und den Wert von 0 auf 1 ändern.
Nachdem dieser Tipp publik wurde, hat Steinberg das „Feature“ ab Version 7.5.20 aus Cubase entfernt.


Wird fortgesetzt...



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